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Festliche Hackbrettmusik PDF Print E-mail
Written by Karl-Heinz Schickhaus   
Thursday, 16 October 2008 20:46

In Augsburg wird im Jahre 1499 erstmals im Gebiet des heutigen Bayern die Bezeichnung Hackbrett gebraucht, 52 Jahre nach der frühesten erwähnung in Züricher Ratsbüchern, die von einem gewissen Ackli berichten, der das Hackbrett geschlagen habe "nieman ze lieb noch zeleid". Das Steuerregister der Stadt Augsburg nent in den Jahren 1499 bis 1516 Bartelmo Schuster als Lauten- und Hackbrettbauer. Bartelmo, wie er oft auch nur kurz genannt wird, ist damit der früheste namentlich erwähnte Hackbrettmacher. Kein Instrument des Bartelmo ist erhalten. Eine vage Vorstellung vom Aussehen eines Augsburger Hackbretts jener Zeit, gibt uns ein Flugblatt um 1510: Eine Frau schlägt ein sechssaitiges, tafelförmiges rechteckiges Hackbrett mit zwei Schlagstäben von etwa 30cm Länge, die zwischen Zeige- und Mittelfinger gehalten werden, eine Haltung, die sich seit etwa 1460 durchgesetzt hat.

Zur Zeit des Barocks wurde das Hackbrett für die klassische Musik entdeckt. Hebenstreit war Zeitgenosse Bachs und stellte sein neu erfundenes Hackbrett mit einem Tonumfang von 4 1/2 Oktaven in Konzerten vor. Er errang an Königshäusern großen Ruhm für sein Spiel, und mit ihm begann die Blütezeit des klassischen Hackbrettspiels. Es entstanden zahlreiche Sonaten und Konzerte für Salterio (=ital. Hackbrett). Zur Zeit des galanten Stils, als sich die vornehme Gesellschaft hauptsächlich ihrer Sehnsucht nach pastoraler Idylle widmete, feierte das Hackbrett als Verkörperung der ländlichen Idylle einen Siegeszug in Europa.

Last Updated on Thursday, 16 October 2008 21:12